Interview mit Andrea Pfersdorf

Um die Wartezeit bis zum Beginn der Wettkampfsaison zu überbrücken, werden wir Ihnen in unregelmäßigen Abständen Personen, die für das sportliche Geschehen beim EGW Verantwortung tragen, vorstellen.

Wir beginnen mit Andrea Pfersdorf, der Kapitänin der 1. Damenmannschaft, unserem sportlichen Aushängeschild.

Andrea, seit du die Damenmannschaft verantwortlich führst, reiht sich Erfolg an Erfolg. Drei Meisterschaften in Serie, verbunden mit dem jeweiligen Aufstieg in die nächsthöhere Klasse, sind schon mehr als bemerkenswert.

Andrea: Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team. Und damit meine ich nicht nur alle meine hoch motivierten und engagierten Spielerinnen, sondern auch alle Begleitpersonen, die viel Zeit opfern, um die Mannschaft zu unterstützen.
Ich sehe viele Gründe für diese Erfolge: In einem Prozess über mehrere Jahre konnten wir eine junge Mannschaft mit hohem Potential formen. Neben Eigengewächsen gelang es uns, die talentiertesten Spielerinnen aus Rheinland-Pfalz/Saarland an uns zu binden. Die besten Spielerinnen Luxemburgs, Marie Baertz und Lisa Steingrube, komplettieren den Kader.

Einen hohen Stellenwert hat die professionelle Organisation der Spielwochenenden mit genau geplanten Abläufen und intensiver Unterstützung durch Eltern und Helfern. Christine Baeck hat einmal lachend zu mir gemeint: „Jetzt fehlt nur noch, dass du uns sagst, wann wir aufs Klo gehen sollen“.

Bei den Proberunden berät unser Club-Pro Iain Blackburn. Sein erfahrener Blick für Details ist äußerst wertvoll für die anschließende Strategiebesprechung und die endgültige Mannschaftsaufstellung. Bisher hatte ich dabei ein glückliches Händchen, auch dank der Offenheit aller Spielerinnen.


Du selbst warst ja in der Damenmannschaft als Spielerin aktiv. Seit wann spielst du Golf, wie bist du zum Golfspielen gekommen, was waren deine persönlichen Highlights?

Andrea:
Als 1993 meine Mutter an ihrer Platzerlaubnis arbeitete, ging ich aus Neugierde mit, probierte einige Schläge und schon war ich infiziert! Das damals noch geforderte Handicap von -28 war schnell erreicht und schon bald folgten Einsätze in der Herrenmannschaft. (Damals waren gemischte Teams noch möglich). Während des Studiums verlegte ich meinen sportlichen Schwerpunkt aufs Reiten, was eine fast 10jährige Golfpause nach sich zog. Erst mit Mitte 30, als meine Pferde das Rentenalter erreicht hatten, begann ich wieder mit Golf. Clubturniere, Ladies-Day und Einsätze in der AK35 Mannschaft bereiteten den Boden für die Bereitschaft für die 2013 neu gegründete Damenmannschaft als Spielerin und Captain zur Verfügung zu stehen.

Meine sportlichen Highlights als Spielerin waren die Meistertitel mit den AK30 - Damen und die Teilnahmen an den deutschen Mannschaftsmeisterschaften und die diversen Clubmeister-Titel bei den Damen und der AK30. Als verantwortliche Betreuerin sind als Highlights die aufeinanderfolgenden Meistertitel der Damenmannschaft mit dem grandios umkämpften Aufstieg in die 2. Bundesliga, das Erlebnis beim Gewinn der deutschen Meisterschaft 2017 von Katja Müller und der beeindruckende Meistertitel der Damenmannschaft in der 2. Bundesliga mit anschließendem Relegationsspiel in München zu nennen.


Hast du bei deinen vielfältigen Verpflichtungen noch Zeit selbst aktiv zu spielen?
Andrea:
Ich spiele bei den Damen AK30 in der 1. Rheinland-Pfalz/Saarlandliga mit, die von Christine Baeck als Captain betreut werden.

Die gesteckten Saisonstiele – Klassenerhalt – hast du mit deiner Mannschaft jeweils mit der Meisterschaft mehr als übererfüllt. Der Höhepunkt war sicher die diesjährige Meisterschaft in der 2. Bundesliga, verbunden mit dem Aufstiegsspiel gegen Stuttgart-Solitude in München. Was sind die Ziele für die Saison 2022?

Andrea:
In der kommenden Saison wollen wir versuchen den Meistertitel zu verteidigen.
Das wird beileibe kein Selbstläufer werden, da die Gruppe mit GC Mannheim-Viernheim, GC Marienburg, GC Main-Taunus und GC Neuhof etwas stärker einzuschätzen ist.


Wie bereitest du die Mannschaft auf die neue Spielsaison vor?
Andrea:
Trotz Winterpause trainieren wir alle 2 Wochen mit Iain. Jede Spielerin arbeitet darüber hinaus mit ihren Heim- oder Kadertrainern.

Meine Co-Kapitänin Kerstin Hempel-Huske bietet ergänzend ein anspruchsvolles Fitness- und Athletiktraining an. Unsere 3 „American Girls“ (Sophie Hempel, Katja Müller und Patricia Schäfer) sind schon wieder in den USA und damit „voll im Spiel“.


Gibt es personelle Veränderungen im Team?
Andrea: Wir haben mit Emma Lahaje eine junge Spielerin aus Luxemburg dazubekommen. Sie ist eher als Perspektivspielerin zu sehen und wird ihre Einsätze vor allem in der Mädchenmannschaft haben. Viel wichtiger ist, dass wir keine Abgänge zu verzeichnen haben.
Eines der Ziele ist, die „jungen Wilden“ (Lisa Steingrube, Anna Bonerz, Emma Lahaje) näher ans Stamm-Team zu bringen, um in der Breite flexibler reagieren zu können.


Falls das Ziel „Meisterschaft“ erreicht werden sollte, wäre dann der Aufstieg in die 1. Bundesliga das Ziel?
Andrea:
Es wäre eine echte Sensation, wenn ein kleiner Verein wie der EGW in die 1. Bundesliga aufsteigen würde. Gegner wären dann die Größen des Deutschen Golfsports wie GC Leon-Rot, GC München, GC Frankfurt. Momentan ist das noch Fiktion. Wenn es möglich ist, werden wir uns nicht verstecken!

Das intensive Training, die weiten Fahrten, die Proberunden, das alles ist kosten- und zeitintensiv. Wie ist das zu stemmen?
Andrea:
Unsere Sponsoren tragen den Großteil der Ausgaben. Danken möchte ich insbesondere unserem Freund und Gönner, Franz Martz, sowie Andreas Albert und Heinz-Werner Schwarz von PTI und Mehran Anderbilli mit seinen „Zahnärzten am Exe“.

Es wäre super, wenn sich noch weitere Spender finden ließen, gerade im Hinblick auf unsere hochgesteckten Ziele.
Unser ganzes Team, Spielerinnen und Betreuer, investiert sehr viel ihrer Freizeit. Alle sind mit ganzem Herzblut dabei. Von Frühjahr bis Herbst muss dann das Privatleben eben ein bisschen zurückstehen. Unsere Freunde wissen, dass sie uns von Mai bis September kaum zu Gesicht bekommen.


Andrea, Danke für das offene Gespräch. Wir drücken dir und deiner Mannschaft die Daumen für die neue, hoffentlich nicht durch Corona-Einflüsse beeinträchtigte, Saison 2022.
(kv) Andrea Pfersdorf Caddy bei der Arbeit

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